Dabei verwandelte sich der Hausberg der mittelhessischen Universitätsstadt erneut in eine atmosphärische mittelalterliche Erlebniswelt mit großer Marktlandschaft, zahlreichen Tavernen und vielfältigen gastronomischen Angeboten.
Die Besucher konnten an ca. 70 Ständen ein abwechslungsreiches Sortiment historischer Waren in Augenschein nehmen. Darunter fanden sich Kunsthandwerk und Spielzeug aber auch Gewandungen und Lederwaren. Dazu kamen kulinarische Köstlichkeiten und Getränke wie Beerenweine oder hausgemachte Spirituosen.
Natürlich gab es auch wieder ein kleines Kulturprogramm. Für die musikalische Untermalung zeichneten etwa "Die Skalden" verantwortlich, die bei verschiedenen Auftritten mit ihren Dudelsäcken und Trommeln den Innenhof zum Beben brachten.
Zeitweise wurden sie dabei auch von einer orientalischen Tänzerin begleitet.
Dazu kamen die "PapperlaBarden" aus dem benachbarten Nordhessen, die vor allem mit ihren humorigen Trinkliedern für gute Stimmung sorgten.
Einen kombinierten Auftritt mit schottischem Dudelsack und mittelalterlicher Sackpfeife zauberte zudem ein virtuoser Dudelsackspieler auf die Bühne bei der Basilika.
Für Begeisterung sorgte am Nachmittag auch das weibliche Jongleur-Duo mit bunten Bändern, Poi und einer turbulenten Seifenblasen-Jonglage.
Als politisierter "Herold" agierte "Tandaniel der Geschichtenweber", der durch das Rahmenprogramm führen sollte und zudem auch wieder ausgesprochen wortreich mit seinen mehr oder weniger spontan generierten Märchen und Legenden unterhielt.
Für das leibliche Wohl war mit süßen Leckereien wie Kuchen oder Brüsseler Waffeln gesorgt. Im deftigen Bereich luden, Langos, Knoblauchbrote oder die Erzeugnisse der Bratereyen zum Schlemmen ein.
Im Lagerbereich auf dem Klosterberg ließen etwa 25 Lagergruppen mittelalterliches Leben wieder auferstehen. Die Besucher konnten Einblicke in die damalige Zeit gewinnen. Handwerker präsentierten zudem ihre traditionellen Fertigkeiten direkt vor Ort.
Für die kleinen Ritter und Prinzessinnen wurde auf dem Gelände im und um das Kloster mit Bogenschießen, Axtwerfen oder einem handbetriebenen Karussell wieder einiges an Abwechslung geboten.
Gut angenommen wurde wohl der Shuttle-Service mit dem Reisebus zwischen dem Gießener Gewerbegebiet und dem Marktgelände. Nicht so gut kamen dagegen die angeordneten Kontrollen bei etlichen Besuchern an.
Ohne Vorankündigung wurden von Sicherheitskräften Taschen und Rucksäcke durchsucht und dabei sogar mitgebrachte Getränke beschlagnahmt. Ein Gebaren, das für einen "familienfreundlichen" Mittelaltermarkt mit oftmals weiter Anreise eher unangemessen erscheint.
Das Wetter spielte weitgehend mit. Am Samstag lockten zunächst strahlender Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen zahlreiche Besucher auf den Schiffenberg.
Erst zum Abend hin trübte sich das Wetter merklich ein. An beiden Tagen sollen wieder – so die Veranstalter (Konzertbüro Bahl und Der Gastropate) – etwa10.000 Gäste die mittelalterliche Veranstaltung besucht haben.