4. Auflage des Lichtkunst-Festivals "Mainz leuchtet"
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Vom 24. bis zum 26. September 2026 fand in der Mainzer Innenstadt entlang einer Linie vom Jockel-Fuchs-Platz und der Rheingoldhalle bis hin zum Schillerplatz mit dem Osteiner Hof erneut das große Lichtkunst-Event "Mainz leuchtet" statt.
Wichtige Gebäude in der City der Landeshauptstadt wurden ein weiteres Mal mit unterschiedlichsten Licht- und Video- sowie Multimediaprojektionen illuminiert. Auch der schon fast volle Mond war am Freitagabend mit von der Partie.
Im Bereich Jockel-Fuchs-Platz und Rheingoldhalle wurde in einer audiovisuellen Inszenierung eine abstrakte Wald-Szenerie geboten. Zu sehen waren Wasserspiele, unterschiedliche Projektionen, Lichtsäulen und strahlende Lichtkörper in Kugelform.
Den klanglichen Rahmen boten experimentelle Musikstücke, die während der Lichtshow auf dem Platz erklangen. Auf der Rathaus-Fassade waren u. a. großformatige Flamingos in einer Animation zu sehen, die auf das Festival und die ab 22:00 Uhr täglich stattfindende "Open-Air-Tanzfläche" hinwiesen.
Direkt neben an wurden auf die Fassade des Brückenturms in einer interaktiven Videoinstallation mit dem Titel "Wohin gehen unsere Träume?" Wünsche, Träume und Hoffnungen der Besucher projiziert.
Spielerisch und lebendig ging es am "mainz STORE" mit den "Guestlings" zu. Die Fassade des Gebäudes wurden dabei in einen bunten gemeinsamen digitalen Erlebnisraum verwandelt. Über einen QR-Code konnten die zahlreich versammelten und begeisterten Besucher ihren eigenen Avatar gestalten und Teil der Projektion werden lassen.
Die so erstellten Figuren begegneten sich in der virtuellen Landschaft, erkundeten die auf Hauswand projizierten Abschnitte und konnten sogar aufeinander reagieren.
Auch das Mainzer Wahrzeichen der "Dom St. Martin" war natürlich wieder in das Lichter-Festival einbezogen. Am Ostchor mit seinen Türmen und der filigranen Architektur wurde erneut eine abwechslungsreiche Projektion präsentiert, die die diversen Fassadenelemente mit einbezog.
Die gegebene bauliche Struktur wurde in einem dynamischen Spiel aus Licht und Schatten aufgenommen, "zerlegt und neu zusammengesetzt", sodass das historische Gemäuer zeitweise zu verschwinden schien und zwischenzeitlich durch die Geometrien der Projektion ersetzt wurde.
Auf der "St. Gotthard-Kapelle" wurde zunächst in einer ersten Projektion eine Filmcollage gezeigt. Die Fassade wurde auf diese Weise "zum Laufsteg für unzählige Mainzer", die ihren unterschiedlichen oder auch miteinander verwobenen Lebenswegen folgten.
Ein 3D-Animation thematisierte dann die Natur der steinernen Fassade und was passiert, wenn diese Schicht für Schicht abgetragen oder aufgelöst wird. Die damit verbundene Animation sollte die Zuschauer "zu einer Reflexion über die Erwartungen an den architektonischen Körper der Kapelle einladen" – in Verbindung mit der Gebäude-Oberfläche und den sich dahinter verbergenden Räumlichkeiten.
Das jüngst zum "Opernhaus des Jahres" gekürte "Staatstheater Mainz" spielte auch wieder eine wichtige Rolle bei "Mainz leuchtet." In einer Projektion verwandelte sich das Staatstheater in "eine abstrakte Spielfläche, auf der menschliche Intuition und eine rohe, widerständige Präsenz aufeinandertreffen."
Dann wurden wiederum visuelle Effekte wie tanzende Hände als Symbol für die Einzelnen im Zusammenwirken mit der Gemeinschaft gezeigt. In einer filmischen Collage wurden die Hände zu Schauspielern in unterschiedlichen Rollen. Dabei wurde die Frage aufgeworfen, ob "sich die Hände zu einem Zusammensein finden oder doch in ihrer jeweiligen Individualität auf- oder untergehen"
Auf die strikt funktionale Hauswand des Gebäudes der Deutschen Bank wurden unterschiedliche Fassaden und architektonische Strukturen projiziert, die sich auflösten, ineinander übergingen und sich immer wieder neu zusammenfügten. Dabei wurden auch imaginäre Stadträume erkennbar, die im Kontrast zur modernistischen Gebäude-Fassade standen.
Beim "Juwelier Leo Link" erhielt das dortige Gebäude selbst in einer aufwändigen 2D-Frame-by-Frame-Animation ein Gesicht mit einem eigenen Charakter.
Ständig verwandelten sich im Verlauf der Show die Gesichtszüge sowie die Mimik und die Bewegungen der dargestellten Figur in spielerischer und zunehmend chaotisch erscheinender Art und Weise, sodass die Architektur selbst scheinbar – und sehr zum Vergnügen der zahlreichen Schaulustigen – zum Leben erweckt wurde.
In einer ersten eher monochromen Animation übernahmen gekritzelte Gestalten die Fassade des "Osteiner Hofs" am Schillerplatz. Gezeigt wurde auf diese Weise was passiert, wenn Kinderzeichnungen lebendig und in die Welt entlassen werden.
Knallbunt wurde es dagegen als sich ein projizierter Waschbär mit einer Kiste voller Sprühdosen – auf der Fassade des barocken Prachtbaus austoben durfte. So entstand nach und nach eine fantastische Welt mit zahlreichen animierten Figuren und farbigen Flächen, die letztendlich den ganzen Palast bedeckten.
Ein farbenfroher Gruß kam auch in diesem Jahr wieder von der anderen Rhein-Seite aus der "Bastion von Schönborn" am Kasteler Strand.
Rund 80.000 Menschen sollen sich, nach Angaben der Veranstalter, an den drei Abenden – bei weitgehend angenehmem spätsommerlichem Wetter - in der Mainzer Innenstadt eingefunden haben, sowohl um die Lichtkunst zu bewundern als auch die umfangreichen Begleit-Angebote aus Einzelhandel und Gastronomie in Anspruch zu nehmen. Dabei hatte man sich diesmal sogar auf weniger Objekte als in den Vorjahren konzentriert. Dafür wurden aber an bestimmten Gebäuden gleich mehrere unterschiedliche Illuminationen oder Projektionen vorgeführt.
Veranstaltet wurde das Festival von der "mainzplus Citymarketing GmbH" in Kooperation mit der Landeshauptstadt Mainz. Konzipiert wurden die verschiedenen Installationen vom Studiengang "Zeitbasierte Medien" des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Mainz. Im LUX-Pavillon gab es auch in diesem Jahr wieder eine Begleitausstellung, die interessierten Besuchern Blicke hinter die Kulissen des Lichtkunst-Festivals ermöglichte.
Zahlreiche Geschäftsleute und verschiedene Einrichtungen haben dabei mit eigenen Leuchteffekten ebenfalls zur wunderschönen und fröhlichen Gesamtstimmung in der Mainzer City beigetragen.
Es wäre schön, wenn dieses besonders gelungene und kreative Festival in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt auch weiterhin stattfinden würde. Damit könnte es sich als das Lichtkunst-Event in der Rhein-Main-Region etablieren, das Interessierte auch weit über die Grenzen der Region hinaus nach Mainz zu locken vermag.