Jubiläum der Turmburg im Mittelpunkt – Hayner Burgfest 2026
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Am zweiten September-Wochenende 2026 zog das Hayner Burgfest wieder einmal viele Mittelalter-Begeisterte ins idyllische Dreieichenhain.
Bei wechselhaftem Wetter wurde den gerade am Samstag sehr zahlreich erschienenen Gästen unter dem diesjährigen Motto „Ritter, Recken, Turmlegeden“ (zum 950jährigen Jubiläum der Turmburg) ein ansprechendes und abwechslungsreiches Angebot präsentiert.
Dabei gab es natürlich wieder den gut sortierten Mittelaltermarkt "Herrenborn." Annähernd einhundert Handwerker, Händler und Künstler waren dort zu finden. Dazu kamen etliche Tavernen und Schänken sowie Stände mit einem reichhaltigen Angebot an verschiedensten kulinarischen Spezialitäten von deftig bis süß. Auch der beliebte "Waffeldrachen" war mal wieder vor Ort.
Das kulturelle Angebot auf den verschiedenen Bühnen konnte das Publikum einmal mehr begeistern. Dort waren viele Spielleute zu sehen, die mittelalterliche Klänge in unterschiedlicher Form präsentierten.
Für viel Andrang sorgte auf der großen Freilichtbühne beim Konzert am Samstagabend wieder einmal die "Burgfest-Hausband - Schelmish." Die Gruppe konnte – in teilweise neuer Besetzung – mit einer lebendigen Bühnenshow mit humorvollen Einlagen und durch ihre kraftvolle Musik mit Dudelsäcken, Trommeln und Rock‑Elementen überzeugen. Dabei kam es auch wieder zu Interaktionen mit dem begeisterten Publikum.
Zu begeistern wussten auch die vier Musiker von "Saorsa - The Highland Bagpipers" (Carronvalley nahe Stirling/Schottland). Diese Nachfolger von "Saor Patrol" vermochten das Publikum, bei ihren Auftritten an allen drei Tagen des Burgfestes, mit traditionellen Klängen auf Dudelsack, Trommeln und Gitarre in ihre schottische Heimat zu entführen.
Zum Abschluss des Burgfestes hatte sich letztendlich auch eine hierzu passende Witterung eingestellt, sodass beim Auftritt der Band auch unter dem Bühnendach zeitweise "Deckschrubben" angesagt war.
Das "Duo Donnersack" (Weinheim), durfte – nach den kleineren Auftritten im Vorjahr – diesmal auch auf der Freilichtbühne auftreten. Mit Sackpfeife und Trommel sowie traditionellen Stücken und Eigenkompositionen ließ das Duo die Stimmung rasch steigen. Dazu kamen noch etwas Schabernack und Geschichten (z. B. über die wahre Entstehung des Dudelsacks).
Dazu kamen Gaukler, Jongleure, Feuerkünstler und weitere Artisten.Ein Hingucker waren darunter die vielfältigen Auftritte des Künstler-Duos "ConFilius." Diese präsentierten eine ungewöhnliche Mischung aus historischer und mittelalterlicher Live-Musik (mit Abstechern nach Skandinavien oder auf den Balkan), professioneller Jonglage und Comedy.
Das Duo besteht dabei aus der bekannten "Roten Füchsin" (Conny), die durch ihre Mitwirkung bei zahlreichen namhaften Mittelalter-Formationen bekannt ist sowie aus ihrem Sohn "Fin de Filou" (Philipp), der dem Projekt neben musikalischen Klängen auch die artistische Note – mit Jonglagen, feurigen Fackeln und weiteren anspruchsvollen akrobatischen Kunststücken hinzufügt.
Auf dem Turnierplatz wurde vom "Herold Flynn Team" (Groß-Ostheim) Samstags und Sonntags das Ritterspektakel "Turmgeflüster – Ein düsteres Geheimnis", das mit seiner Handlung Bezug auf das 950jährige Jubiläum der Turmburg nahm, mit einer dynamischen Reitervorführung und weiteren kämpferischen Einlagen präsentiert.
Für beste Unterhaltung sorgte auch das in der Mittelalter-Szene wohlbekannte Gaukler Duo "Forzarello" (Spiegelberg). Die Artisten, Jongleure, Zauberer und Possenreißer begeisterten mit akrobatischen Einlagen, Jonglage, und Trommelei.
Ein abwechslungsreiches Spiel mit viel Witz, Action und Magie zauberte des "Boulettentheater" aus Berlin mit unterschiedlichen Stücken auf die verschiedenen Bühnen.
Die "Spektakula für junge Ritter und Burgfräulein" umfassten u. a. Ein Handkurbel-Karussell, Tjoste als Mittelalterliches Geschicklichkeitsspiel auf dem Balken am Untertor; Kinderschminken; eine Speckstein-Werkstatt sowie das Bogenschießen.
Auch märchenhafte Elemente waren wieder einmal Teil des Burgfest-Programms.
Das Erlebnistheater "Vom kleinen Volke" entführte die immer wieder zahlreich im dunklen aber passend geschmückten Burgkeller erschienenen kleinen und großen Zuschauer mit mittelalterlichen Sagen sowie den dazugehörigen liebevoll und aufwendig gestalteten Figuren in die "Anderswelt" und in eine "Zeit, als die Erde noch eine Scheibe war."
"ElainMorgaine" trug dagegen beim Keltia-Zelt ihre traditionellen Märchen und Mythen aus keltischen Landen, wie etwa Schottland, Irland, Wales, Cornwall und der Bretagne, vor. Dabei begleitete sie ihren jeweiligen Vortrag mit dem Spiel auf der keltischen Harfe sowie mit eigenem Gesang.
Auf der "Weiherbühne" wurde anlässlich des 950-jährigen Jubiläums der Turmburg vom Ensemble "Theater am Turm" das Drama "Rache, List und Reue - des Königs Kniefall" über Heinrich IV. und seinen Gang nach Canossa aufgeführt, wohin er von seinem treuen Hayner Gefolgsmann Eberhard von Hagen, dem Erbauer der Turmburg begleitet wurde.
Abgerundet wurde das Programm wieder durch wissenschaftliche Vorträge und Vorführungen etwa bei den "Stunden des Handwerks" oder der Fechtkunst-Vorführung der "Ronneburger Fechtschule."
Leider leerten sich am späten Sonntag-Nachmittag die unterschiedlichen Veranstaltungsorte und Plätze im Freien doch sehr schnell, da zu diesem Zeitpunkt ein heftiger und länger anhaltender Regen einsetzte. Einige Vorführungen und Auftritte konnten unter diesen widrigen Bedingungen bedauerlicherweise nicht zu Ende gebracht werden.
Man darf nun gespannt sein, was die Veranstalter für das Burgfest im kommenden Jahr geplant haben. Es soll, soviel ist schon bekannt, unter dem Motto "Robin Hood – Rebell für die Freiheit" vom 10.09. bis 12.09. 2027 stattfinden. Es wird sicher interessant sein zu erfahren, wann der englische Volksheld in Südhessen weilte und wie sich seine Beziehung zur Dreieichenhain gestaltete.