Konzerte, Artistik und chinesische Überraschungen beim Lamboyfest 2026
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Beim Hanauer Lamboyfest 2026 gab es am Wochenende vom 12. bis zum 14. Juni wieder zahlreiche Attraktionen und ein buntes Programm mit Musik, Kultur und Artistik.
390 Jahre nach der Befreiung der Stadt von einer verheerenden Belagerung im Dreißigjährigen Krieg lockten mehr als 80 Programmpunkte tausende Besucher in die Hanauer Altstadt.
Viel Musik der unterschiedlichsten Richtungen – von Rock und Pop über Folk bis hin zu Chanson oder Swing – wurde auf den verschiedenen Bühnen geboten. Bereits am Freitagabend waren, bei etwas unbeständiger Witterung, verschiedene Bands und Künstler und DJs aus Hanau und der Region bis spät in die Nacht hinein zu hören.
Schon am frühen Samstag-Nachmittag bot die Sängerin "Estellina" aus Frankfurt zusammen mit ihren Begleitmusikern auf dem Altstädter Markt Latinpop mit Flamenco-Elementen.
Die Band "Makia" mit Mitgliedern, die u. a. aus Mexiko und Kuba stammen, heizte dem Publikum später am Abend auf der Bühne vor dem Goldschmiedehaus mit einem tanzbaren Crossover aus Latin, Reggae, Funk und Rock ein.
Die neue "Gartenbühne" der Garten-Wirtschaft im Schlossgarten vor der Betonwand des "CPH" wurde Samstags vom Trio "Esprit de Paris" bespielt, wobei die Gruppe mit ihren Chansons, romantischen Balladen und weiteren traditionellen französischen Melodien auch das entsprechende Lebensgefühl verströmte.
Ihr Stil ist dabei geprägt von Akkordeon, Gitarre, Kontrabass und der charismatischen Gesangsstimme der Sängerin Mirjam Wolf, die die frankophone Musiktradition authentisch repräsentiert.
Sonntags wurde es mit der Gruppe "Amarank" am selben Ort etwas folkiger. Auch bei diesem erneuten Auftritt auf dem Lamboyfest verbanden die Musiker wieder traditionelle Klänge aus Irland oder Schottland mit unterschiedlichen Weltmusik-Einflüssen. Zum Einsatz kamen dabei Fiddle, Mandoline, Gitarre, Cajon, Bodhrán und weitere Instrumente.
Einen poppigen nachmittäglichen Auftritt auf der Bühne am Goldschmiedehaus lieferte in diesem Jahr auch die Band der "Modern Music School Hanau."
Ein musikalischer Höhepunkt kurz vor dem Festabschluss war sicherlich der Auftritt von "DanaMaria und Band" im Ajoki am frühen Sonntagabend.
DanaMaria ist eine deutsche Singer‑Songwriterin aus der Rhein-Main-Region (Neu-Isenburg, Frankfurt) mit starken Bindungen ins amerikanische Austin/Texas.
Bekannt ist die Sängerin für ihre markante Stimme und einen modernen und genreübergreifenden Country-Pop- und Folk-Sound im Americana-Style, den sie zusammen mit ihrer dreiköpfigen Band mit Akustik- und E-Gitarren, Schlagzeug und Bass auf die verschiedenen Bühnen trägt.
Eine etwas größere Rolle als in den Vorjahren spielten diesmal wieder Straßentheater, Gaukler und Artisten. Für große Begeisterung sorgten den Straßen und Plätzen einmal mehr die bunten Walk-Acts etwa von der Gruppe "Stelzenart" aus Bremen oder vom "Zebra Stelzentheater" aus Gauting bei München.
Beide Ensembles sorgten mit farbenprächtigen Kostümen für visuelle Highlights hoch über den Köpfen der Lamboyfest-Besucher. Dabei gab es u. a. riesige, bunte Schmetterlinge (von Stelzenart), Fantasie-Figuren oder auch poetische Fabelwesen mit Bambusstangen, die gelegentlich sogar die einsturzgefährdeten Häuser in der Altstadt abstützten, und weitere akrobatische Elemente zu sehen.
Inmitten der Zuschauermengen agierten die verrückten und prachtvoll gefiederten Hühner des Trios "PasParTouT" mit ihrer Performance "Cock-Tales" in unterschiedlichen tierisch-menschlichen Szenen. Die verschiedenen Shows wurden dabei von tierischer Live-Blasmusik begleitet.
Alle Künstler waren Samstags und Sonntags mehrfach auf dem gesamten Festgelände unterwegs. Kurz nach 19:00 Uhr gab es am Samstagabend sogar ein Zusammentreffen der unterschiedlichen Gruppen auf dem Schlossplatz, das zumindest ansatzweise an die früheren sehr beliebten Gaukler-Paraden auf den Lamboyfesten der "alten Zeit" zu erinnern vermochte.
Eine energiegeladene One-Woman-Show mit einer rasanten Mischung aus Akrobatik, Artistik und Comedy lieferte "Carmela!" (von der Zirkuskünstlerin "La Tanik") hauptsächlich auf der Bühne am Schlossplatz.
In ihrem Programm verband sie u. a. knallende Peitschen und dressierte Hula-Hoop-Reifen. Auch einige unschuldige Salatgurken mussten während ihrer Show dran glauben.
Auch das begeisterte Publikum auf dem Platz vor der Bühne wurde immer wieder in die Übungen einbezogen.
Etwas ruhiger ging es dagegen beim Auftritt des Ensembles "Duo Agil", das bereits öfter in unterschiedlichen Variationen auf dem Hanauer Lamboyfest zu sehen war, zu. Diesmal begeisterten die beiden Artisten vor allem die jüngeren Besucher mit ihrer mobilen und interaktiven Show "Die fahrende Bank mit Paul und Isi."
Aus einem mitgeführten Koffer konnten u. a. Bögen mit abgebildeten akrobatischen Übungen gezogen werden, die dann auf der Bühne – auch mit der Hilfe von Freiwilligen aus dem Publikum – nachgestellt werden sollten.
Auch die Hanauer Vereine und Gruppen aus dem Umland waren am Festprogramm u. a. mit Tanzvorführungen oder Musical-Theater beteiligt. Dabei gab es beispielsweise Tanz; Schau- und Gardetänze vom "TSC Dance Move Steinheim e.V."
Ein Highlight war der auch der Solotanz-Auftritt der erfolgreichen und Turnier-erfahrenen Gardetänzerin Amelie-Loreley Merz, die mit ihren Tanzvorführungen auch schon die Fastnachtssitzungen von "Concordia Kesselstadt e.V." bereichert hat. Dazu kamen verschiedene weitere Vorführungen und Auftritte.
Für große Begeisterung sorgte die "Musicalgruppe Flip-Flops e.V.", die bei ihrem Auftritt mit Live-Gesang, Tanz und Schauspiel in aufwendigen Kostümen einen Einblick in die aktuelle Produktion "The Addams Family" gewährte, die im kommenden Oktober 2026 im "Congress-Park-Hanau" zur Aufführung kommt.
Mehrere Vorführungen von Gruppen aus dem Kinder-, Junioren- und Erwachsenenbereich präsentierte auch die Hanauer "Tanzschule Berné" mit Linedance, Hip-Hop oder Salsa. Dabei waren die Zuschauerbereiche immer wieder besonders dicht umlagert von den Eltern oder den sonstigen Fans der zahlreichen Tänzerinnen und Tänzer.
Das kleine Kinderfest "KEKS" am Schlossplatz und der "Nachtbummel" – ein bunter Markt mit Kunst, Design, Mode, Schmuck & Vintage – im Fronhof rundeten das Festgeschehen ab.
Am Sonntagabend versammelten die Fußballfans auf dem Altstädter Markt, um gemeinsam das Spiel Deutschland gegen Curaçao bei der WM 2026 auf der Großleinwand zu verfolgen.
Ergänzt wurde das Festprogramm durch Führungen, historische Vorträge zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs eine Ausstellung sowie ein entsprechendes Rahmenprogramm. Unter dem Motto "Lamboyfest historisch."
Eingeschränkt wurde das Festvergnügen durch die Baustelle für den Schulneubau, sodass ein großer Teil des Schlossplatzes leider nicht wie gewohnt genutzt werden konnte. Die dort aufgebaute Bühne war, im Gegensatz zu den großen Hauptbühnen der Vorjahre, sehr viel bescheidener. Beschnitten war das Gelände aber auch schon hinter den kulinarischen Ständen auf der Seite der Karl-Rehbein-Schule. Für das Festgeschehen stand somit insgesamt weniger Fläche zur Verfügung.
Bei den Bands hat man auch in diesem Jahr verstärkt auf heimische Acts und musikalische Gäste aus der Region gesetzt, wobei man dabei aber natürlich durchaus schon das ein oder andere Highlight entdecken kann. Ein großer Teil des abendlichen musikalischen Programms wurde zudem von zahlreichen DJs auf den Bühnen und bei unterschiedlichen Lokalitäten getragen.
Bedauerlicherweise fällt das Fest mittlerweile aber auch räumlich etwas auseinander, da die Verbindungen zu den versteckteren Bühnen und Veranstaltungsorten nicht wirklich gut funktionieren. Das attraktive Programm im durchaus idyllischen "Ajoki" hätte sonst mehr Publikum ansprechen können und auch die Radio-Hanau-Bühne in der Rappengasse hinter der Marienkirche hätte sicherlich mehr Resonanz verdient gehabt.
Einige Programmpunkte und bestimmte Auftrittsorte konnten auch in diesem Jahr leider wieder einmal keine Berücksichtigung finden. Die schönsten Fotos und informativsten Berichte vom Lamboyfest findet man aber sowieso anderswo.
Galerie(n)
Walk-Acts - Stelzenart
Walk-Acts - ZEBRA Stelzentheater
Gaukler-Artisten - Die fahrende Bank mit Paul und Isi