Am ersten Augustwochenende 2025 fand wieder einmal die vom Verein „Ursellis Historica“ ausgerichtete „Oberurseler Feyerey“ mit ihrer ganz besonderen Atmosphäre auf dem Gelände am Bachpfädchen statt.
Die Verantwortlichen für das diesjährige aprilmäßige "Sommerwetter" hatten diesmal ein Einsehen, sodass der Feyerey-Samstag bei durchaus akzeptabler Witterung stattfinden konnte. Oft ließ sich am Taunusrand bei angenehmen Temperaturen die Sonne blicken. Manchmal war es leicht bewölkt. Aber erst am Abend fielen – nach dem Tavernenspiel – doch einige Tropfen.
Eine besondere Attraktion bildete in diesem Jahr wieder die virtuose Reitershow "Anton, Kathi und Boris Zühlke präsentieren die Kampfkünste der berittenen Nordmänner in ihren atemberaubenden Shows." Diese lieferten sich einen akrobatischen Zweikampf in verschiedenen reiterlichen Disziplinen und auch beim Schwertkampf (wie auch schon bei der Feyerey im Jahr 2023).
Diesmal waren die preisgekrönten Kosaken jedoch nicht als Steppenreiter, sondern als rauflustige Wikinger unterwegs. Die Entscheidung im Kampfe um Oberursel musste letztendlich ein abschließender Schwertkampf nach einem "Gottesurteil beim Wettsaufen" liefern.
Aber auch eine Feldschlacht nach historischem Vorbild wurde im Turnierbereich von einer entsprechenden Kämpfertruppe inszeniert. Hierbei standen sich zwei gegnerische Mannschaften, bewaffnet mit Schwertern, Schilden, Speeren und Streitäxten, gegenüber, um in der – mit strengen Regularien versehenen – Auseinandersetzung den Sieger zu küren.
Eine sachkundige Einführung in die historische Fechtkunst lieferten einige Mitglieder der "Ronneburger Fechtgruppe" (aus Sprendlingen, Buchschlag).
Für gute Unterhaltung im musikalischen Bereich sorgte u. a. die Musikerin und Sängerin "RegiLau" auf der keltischen Harfe. Dabei präsentierte sie die zarten Harfenklänge und ihre herausragenden stimmlichen Qualitäten vorwiegend im Luftring kreisend vor der Hauptbühne der Feyerey.
Zum Finale ihres Auftritts hin wurde es sogar noch akrobatischer, als die Künstlerin sich zusätzlich auch noch als virtuose Luftartistin entpuppte, die – mit verbundenen Augen – anmutig und scheinbar schwerelos am Aerial Hoop verschiedene elegante Übungen vorführte.
Auch die legendären "Streuner" hatten diesmal den Weg nach Oberursel gefunden. Vor allem natürlich mit einem großen Repertoire an "Saufliedern", aber auch anderen mittelalterlichen Klängen wusste die Gruppe zu begeistern, sodass sich bald sogar eine fröhliche Polonaise auf dem Platze vor der Bühne in Marsch setzte.
Für beste Stimmung sorgten auch die Spielleute der Gruppe "Viesematente" mit Sackpfeifenklängen bei ihren verschiedenen Auftritten auf und vor der Hauptbühne der Feyerey.
Beeindruckt zeigten sich die großen und die kleinen Gäste von den Darbietungen des "Gauklers Laurino", der mit dem Diabolo zu beeindrucken wusste und dabei auch tapfere Recken aus dem Publikum in seine dynamische Show einbezog.
Mit beinahe schon chirurgischer Präzision wurden vom Medicus an der Wasserguillotine verschiedene Operationen durchgeführt. Bei "Verspannungen im Genack" wurde mit besonderem Instrument eine Drehbehandlung durchgeführt, die die Beweglichkeit umgehend wieder herstellte.
Aber auch unvermeidliche Behandlungen von fauligen Zähnen und nötige Extraktionen wurden – natürlich nach Narkose – mit Präzisions-Instrumenten vor Ort vollzogen.
Waren gerade einmal keine fachärztlichen Behandlungen erforderlich, war der Medicus auch als Scharfrichter zu Gange. Manche vermochten hierbei kaum einen Unterschied festzustellen. An der Wasserguillotine wurden immer wieder einmal – zum Gaudium des Publikums – verschiedene Missetäter und Delinquenten gerichtet und anschließend im großen Bottich versenkt.
Für die jüngeren Besucher gab es, neben den ganzen kämpferischen Vorführungen, auch wieder ein kleines Riesenrad und das beliebte Bogenschießen.
Historische Volkstänze in mittelalterlichen Gewandungen zeigten die "Reifenberger Härmleins" aus dem benachbarten Taunus-Städtchen Schmitten.
An über 30 Ständen konnten Handwerker, Händler und Künstler ihre Waren präsentieren und teilweise auch Einblicke in die Fertigung der unterschiedlichen Produkte geben. Vertreten waren dabei u. a. Schmiede, Schmuckgestalter, Gewandschneider, Textilhandwerker sowie Keramiker oder Bogenbauer. Am Abend waren die Stände ansprechend illuminiert.
Reichhaltig war auch wieder die kulinarische Auswahl. Das Spektrum der Speisen reichte von deftigen gegrillten oder gebackenen Speisen hin zu Waffeln und süßen Köstlichkeiten aus dem Morgenland. Dazu wurden an den verschiedene Tavernen und Schenken neben Bieren, Wein und Met auch nicht-alkoholische Durstlöscher gereicht.
Zum Ende des Feyerey-Samstags hin konnten sich die mitwirkenden Künstler dem Publikum bei Einzelauftritten und im fröhlichen Zusammenwirken beim Tavernenspiel präsentieren, bis dann nach Einbruch der Dunkelheit die abschließende Feuershow auf dem Turnierplatz folgte.