Musikfestival, eine Dosis Gaukelei und Theater sowie Kinderspektakel und Tanz beim Lamboyfest 2025
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Viel Musik der unterschiedlichsten Richtungen – von Rock und Pop über Folk bis hin zu Jazz und Punk wurden auf den verschiedenen Bühnen beim Lamboyfest 2025 am Wochenende vom 13. bis zum 15. Juni 2025 in der Hanauer Altstadt geboten.
Dazu kam leider, im Gegensatz zu früheren Hoch-Zeiten des historischen Stadtfestes, nur noch wenig Gaukelei oder Straßentheater sowie das kleine Kinderfest KEKS und der "Nachtbummel." Der Freitagabend bot, wie üblich – nach der Eröffnung des Festes gegen 18:30 Uhr – vor allem Partybands oder DJ Sounds Raum.
In der samstäglichen Nachmittagshitze durften zunächst "J. Sanders & Friends", die "auf dem Fest nicht fehlen dürfen", die Bühne vor dem Goldschmiedehaus bespielen. Dabei wurde von Rock & Pop über Blues, Soul und Folk bis hin zu Country wieder viel Gute-Laune-Musik im Zentrum der Altstadt geboten.
Währenddessen konnte man auf dem Schlossplatz Vertreter des Ensembles der "Brüder-Grimm-Festspiele" sehen, die sich mit musikalischen Auszügen aus der aktuellen Spielzeit 2025 präsentierten (z. B. als "Bremer Stadtmusikanten").
"Jermaine Alford" aus Freigericht, der es 2008 bei "Deutschland sucht den Superstar" immerhin in die Top 10 geschafft, hat lieferte am frühen Samstag-Nachmittag mit etlichen Pop-Klassikern einen sommerlich beschwingten Auftritt bei auf der kleinen Bühne bei der Bubbles & Wine-Bühne von "Frau Trude."
Ihm folgte in einer reduzierten Besetzung auch in diesem Jahr die überregional bekannte Party-Band "Fayette" neben der immer noch eingerüsteten Marienkirche. Auch hier konnten die Gäste einen rasanten Ausflug durch die Pop-Historie genießen. Als die Sängerin der Band altbekannte Euro-Dance-Hits anstimmte, ließ sich sogar der ein oder andere Gast zum Mittanzen animieren.
Eine lustige und aufregende Piratenshow für große und kleine Festbesucher bot nach großem "Ahoi" das "Theater Einfach Riesig" auf der Hauptbühne am Schlossplatz.
Da flogen während der Jonglage schon mal die Messer, aber auch das verschmutzte Haar des Kapitäns wurde mal wieder von seiner Gefährtin angemessen "aufgefrischt."
Das Programm wurde auf dem Kinderfest KEKS nochmals wiederholt. Am nächsten Tag folgte dort auch die nicht weniger muntere Straßentheatervorführung "Ralley zum Südpol", die dabei auch den ein oder anderen Knall-Effekt mit sich brachte.
Für gute Laune sorgte auch das chaotische Pärchen "Inge und Albert" mit seinem knallbunten halben Trabbi, die auf der Suche nach dem Weg nach Barcelona wieder einmal sämtliche Straßen und Plätze der Hanauer Altstadt unsicher machten und dabei immer wieder auch einmal die ein oder andere Bühne passierten.
Für ein besonders witziges Element sorgten der Waliser Mark und der Ire Simon mit Ihrer "MusiComedy." Dabei zauberten beide ein Feuerwerk an skurrilen Accessoires und verrückten musikalischen Ideen auf die Bühne am Schlossplatz. Herausragend waren besonders die mit viel Wortwitz und Selbstironie vorgetragenen Persiflagen, bei denen als Höhepunkt u. a. die großen Rolling Stones zu einem einzigartigen stilechten Auftritt in Hanau gebracht werden konnten.
Eines der Highlights des gesamten Festes war sicherlich das große Konzert der Gruppe "New Mastoldi Band" am Samstagabend auf dem Schlossplatz. Nach einem kleinen Schauer, der durchaus für eine nicht unerwünschte Abkühlung sorgte, boten die beiden Sängerinnen Martina und Marina sowie die männlichen Musiker der Gruppe um den Schlagzeuger Dieter Filber, die für Ihre Open-Air-Konzerte, Lounge-Music, sowie die Untermalung von diversen Veranstaltungen regional und überregional bekannt ist, ein buntes Potpourri aus den Bereichen "Souljazz, Swing und PopBalladen."
Rockig bis Punkig und somit auch ganz schön laut wurde es abschließend vor dem Goldschmiedehaus mit der Gruppe "The Jukes" aus dem Raum Rödermark. In ihren dynamischen Auftritt hatten die Jungs, die auch schon erfolgreich bei unterschiedlichen Wettbewerben teilgenommen haben (darunter auch dem Hanauer "Hoffnungsträger"), Musikrichtungen wie Funk, Blues, Rock, Reggae, Jazz und sogar Folk und Singer-Songwriter-Elemente integriert – und zudem auch den ein oder anderen Gag eingebaut.
Am Sonntag-Nachmittag gab es erneut ein Konzert mit den bereits 1956 von Schülern der Hohen Landesschule gegründeten "Sugarfoot Stompers" aus Hanau. Diese unterhielten in mehreren Sessions mit ihren New Orleans- & Chicago-Jazz und traditionellen Swing-Klängen.
Für die kleinen Gäste gab es am gesamten Wochenende an der Karl-Rehbein-Schule wieder das Lamboy-KEKS-Fest. Dort wartete unter anderem das Spielmobil Augustinchen mit Schminkstand und Hüpfburg sowie Angeboten zum Spielen, Basteln und Malen auf die Besucher. In Zusammenarbeit mit Hanauer Goldschmiedinnen konnten die Kinder auch eigene Schmuckstücke gestalten.
Die Kindershowtanzgruppe "Peanuts" der 1. Steinheimer Karnevalsgesellschaft lud vor Ort wieder zum "Mitmach-Tanz" ein. Auch die "Tanzschule Lutz" aus dem benachbarten Bruchköbel bot auf dem KEKS – nach dem großen Auftritt im Vorjahr – eine etwas kleinere Tanzvorführung.
Getanzt wurde aber auch gleich nebenan auf der Schlossplatz-Bühne. Hier zeigten diesmal die Gruppen aus den verschiedenen Altersklassen der Hanauer Tanzschule Berné ihr Können. Dabei war der Zuschauerbereich vor der Bühne besonders dicht umlagert von den Eltern und den sonstigen Fans der zahlreichen Tänzerinnen und Tänzer.
Für einen fetzigen Fest-Abschluss am Sonntagabend sorgten die bekannten "Vertreter einer neuen Weinerlichkeit" im Musikbereich, "HISS" (um Frontmann Stefan Hiss) mit ihrem stimmungsvollen musikalischen Mix aus Walzer und Blues, Folk und Ska, Polka und Roll.
Angesprochen waren "die menschlichen Problemzonen: Bauch, Beine, Hirn." Dazu kamen die immer wieder aufbauenden hintersinnigen und ironisch-zynischen Texte der jeweiligen Songs.
Dabei gelang es den Musikern bei ihrem Auftritt gekonnt, die unvermeidbare soziale Distanz zwischen ihnen als Künstlern in ihrer eigenen abgehobenen Welt und dem normalen Publikum auf dem Hanauer Schlossplatz zumindest zeitweise zu überbrücken.
Zusätzlich zum Festprogramm gab es an allen Tagen unter dem Motto "Lamboyfest historisch" in der Alten Johanneskirche eine Ausstellung, die "die schlimmsten Jahre des Großen Krieges in der Grafschaft Hanau-Münzenberg" von 1634 bis 1636 thematisierte. Ergänzt und abgerundet wurde das ganze durch Vorträge und Führungen auch in der Marienkirche.
Im Fronhof wurde, wie schon im letzten Jahr, gemeinsam mit der "Wirtschaft im Hof" bzw. der "Alten Kanzlei" Programm geboten. Unter dem Titel "Nachtbummel" fand ein bunter Markt mit Kunst, Design, Mode, Schmuck & Vintage" statt.
Mit einer besonderen Aktion hat außerdem Stadträtin Isabelle Hemsley versucht, die Festbesucher für Müllvermeidung und Sauberkeit zu sensibilisieren. So werden etwa Gitterboxen mit dem seit Festbeginn auf dem Schlossplatz eingesammelten Müll aufgestellt und die neu aufgelegte Sauberkeitskampagne der Stadt Hanau beworben.
Die Besucherzahlen waren in diesem Jahr trotz der durchaus passablen Witterung (warm und weitgehend sonnig an Freitag und Samstag, etwas unbeständig am Sonntag) doch um einiges zurückgegangen.
Am Samstag füllte sich die Altstadt beispielsweise erst zum frühen Abend hin. Dennoch gab es auch zu dieser Zeit noch viele freie Plätze vor den Bühnen. An den vielfältigen gastronomischen Ständen, Zelten und Ausschänken kam es nur vereinzelt zu Schlangenbildung. Am Schlossplatz und am Altstädter Markt und auf den Verbindungswegen konnte man, im Gegensatz zu früheren Jahren, jederzeit gut durchkommen.
Vielleicht muss dies aber auch nicht allzu sehr verwundern, wenn sich die Medien (insbesondere aus dem hierfür besonders bekannten Medienhaus Ippen) immer wieder mit alarmistischen Warnungen vor Rekordhitze selbst übertreffen abgelöst durch weitere Schreckensszenarien zu dann möglicherweise folgenden Unwettern.
Bestimmt spielen aber bei potentiellen Besucherinnen und Besuchern mittlerweile auch zunehmende und absolut berechtigte Sicherheitsbedenken eine bedeutsame Rolle (was Pressemeldungen der letzten Woche zu kriminellen Handlungen und Gewaltakten in der Innenstadt deutlich belegen), die auch durch immer massivere Absperrungen und eine entsprechend deutlich erhöhte Präsenz der Sicherheitskräfte nicht mehr wirklich gelindert werden können.
Dass ein unbeschwertes Festvergnügen so auch in der Brüder-Grimm-Stadt Hanau kaum noch aufkommen mag, kann eigentlich nicht wirklich verwundern. Viele Volks- und Traditionsfeste in Deutschland leiden ja unter ähnlichen Phänomenen, sofern sie denn überhaupt noch stattfinden können.
Allerdings kann auch eine gewisse Reduktion bei der Programm-Vielfalt kaum geleugnet werden. Während in den Vorjahren immer wieder Gruppen und renommierte Bands von Außerhalb den Weg in die Brüder-Grimm-Stadt gefunden hatten, hat man in diesem Jahr verstärkt auf heimische Acts und musikalische Gäste aus der Region gesetzt, wobei man da aber natürlich durchaus auch die ein oder andere hochwertige Neu-Entdeckung machen kann.
Und natürlich geht auch vielen Bürgern - durch die unterschiedlichsten Gründe und Politikfolgen - so langsam aber sicher einfach nur das Geld für den Besuch solcher Events aus.
Einige Programmpunkte und bestimmte Auftrittsorte konnten auch in diesem Jahr leider wieder einmal keine Berücksichtigung finden.