Sommerliches Straßentheaterfest mit Artistik, Comedy und Musik
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Am Sa., 5. Juli 2025 verwandelte sich die Offenbacher Innenstadt mit dem zentralen Quartier rund um Rathaus, Aliceplatz und die Frankfurter Straße beim internationalen Straßentheaterfest 2025 erneut in eine große Bühne für Artisten, Schauspieler; Magier und Comedians.
Dieses Jahr spielte, im Gegensatz zu den Vorjahren, sogar endlich einmal das Wetter weitgehend mit. Nur einige manchmal etwas kräftigere Windböen machten den Künstlern gelegentlich etwas zu schaffen. Das Spektrum des Festival-Programms reichte von Comedy und Luftakrobatik bis hin zu Jonglage und Zauberei.
Es gab auch so etwas Ähnliches wie "Straßenmusik" oder "Clownerie."
Eine poetische Geschichte über Liebe und Freiheit wurde etwa bei der Performance "Engel Gabriel" präsentiert. Dabei ist Gabriel(a) eine etwas anarchisch gestrickte himmlische Figur, die "ihren Auftrag vom Boss da oben" eher eigenwillig interpretiert.
Perfekte Körperbeherrschung konnte die Leiterin des "Loneflight Theaters" Gabriela Schwab Veloso in teilweise schwindelerregender Höhe vor den Hochhaus-Fassaden der Bad Offenbacher Skyline am Vertikaltuch unter Beweis stellten. Hier hatte sie dann auch gleich ihr Akkordeon dabei.
Dazu kamen ihr komödiantisches Talent und das ihr eigene brasilianische Temperament, sodass es der Künstlerin gelang, das Publikum, das von ihr immer wieder in die Aufführung einbezogen wurde, während des gesamten Auftritts an der evangelischen Kirche zu begeistern.
Auch der elegante Jongleur Richard Filby zeigte vor dem Rathaus seine ganz eigene Mischung aus Comedy, und virtuoser Zirkuskunst. Dabei jonglierte der Brite (mit australischen Wurzeln) zunächst mit Keulen und einer großen Anzahl von Bällen.
Auf der Rola Bola stellte er dann zusätzlich seine außergewöhnlichen Balance-Fähigkeiten unter Beweis, wobei er - bei ständig steigendem Schwierigkeitsgrad - auch noch mit den Messern jonglierte.
Eine dynamische Show mit einer einzigartigen Kombination aus Musik, Gesang, Akrobatik, Breakdance und verschiedenen Slapstick-Elementen boten die drei Entertainer und Artisten der Gruppe "Tridiculous" aus Berlin.
Wer urlaubsreif war, konnte beim Auftritt von "Giselle la Pearl" (alias Jay Toor) in der Show "Holiday on Delay" in Ferienstimmung kommen.
Dabei gab es in der 50er Jahre Urlaubskulisse vor dem Offenbacher Rathaus allerdings einen etwas anderen, eher chaotischen Strandtag zu erleben, wobei für Publikum und Mitwirkende nicht wirklich viel Zeit zum Relaxen blieb.
Im bunten und fröhlich gepunkteten Strand-Kostüm trat die Künstlerin bei mehreren Vorstellungen vor die zahlreich erschienenen Zuschauer, um diese mit viel Slapstick-Humor sowie verschiedenen Jonglage- und Akrobatik-Einlagen zu begeistern.
Dabei wurden von ihr immer wieder auch ein paar mal mehr mal weniger begeisterte "Freiwillige" aller Altersgruppen aus dem Publikum in die Show einbezogen. Kräftige Seeleute durften die Artistin beispielsweise immer wieder bei ihren Übungen tatkräftig "unterstützen."
Bei der ruhigeren Perfomance "Achtung Erde" von "t-raum to go" ging es diesmal um den Umgang des Menschen mit seinem Heimatplaneten. Mal witzig, mal besinnlich wurde von dem Duo mit Musikbegleitung und pantomimischer Bewegung thematisiert, was man mit dieser Erde am besten anstellen könnte oder was man vielleicht doch eher unterlassen sollte.
Man könnte sie beispielsweise achten, pflegen, bewässern, beackern und das Leben auf ihr genießen. Aber es wäre auch möglich, die gegebenen Ressourcen zu verschwenden oder sie am Ende gar zu zerstören.
Der "ehrliche Nils" zog mit seiner abwechslungsreichen Vorführung aus den Bereichen Zauberei, Akrobatik und Jonglage gerade das jüngere Publikum, mit selbstironischer Komik und gekonnten Darbietungen auf dem Aliceplatz in seinen Bann.
Dabei trat er zeitweise auch als gewandter Hütchenspieler auf den Plan. Hier konnten Mitspieler aus den Reihen der Zuschauer gefahrlos mitmachen und sich dabei von den immer schneller ablaufenden und absurder erscheinenden Tricksereien begeistern lassen.
Für das Aufräumen und die Sauberkeit in den Offenbacher Fußgängerzonen und auf den Plätzen sorgten während des Festivals die beiden dynamischen Müllwerker der belgischen Theater-Gruppe "Cirqumstancia."
Einen ungewöhnlichen Anblick boten die ausgebüxten Treibholztiere und Karussellfiguren vom "Theatre de la Toupine." Hier waren die kleinen Festival-Besucher von 1 bis 8 Jahren zu einem besonderen Ausritt mit "Eltern-Antrieb" auf 10 kuriosen Tiergestalten, wie etwa Saurier, Schnecke, Bär, Einhorn oder seltsamer Vogel durch die Offenbacher City eingeladen.
Auch die aus Recycling-Material von Etienne Favre erstellten Klang-Installationen waren wieder an der Frankfurter Straße zu sehen und luden die Neugierigen zum Ausprobieren ein.
Leider waren in diesem Jahr beim Offenbacher Festival verstärkt (gratis-) mutige "Kulturschaffende" aus dem Bereich der besonders "Gutenden" - ausgestattet mit der unvermeidlichen moralischen Selbstüberhöhung - als systemkonforme PR-Mitarbeiter vor Ort, was die zeitweise aufkommende positive Stimmung dann doch leider ein wenig zu trüben vermochte.