Mittelaltermarkt an Pfingsten unterhalb der Burg Münzenberg
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Zu Pfingsten 2026 verwandelte sich das Gelände unterhalb der Burg Münzenberg in der mittelhessischen Wetterau – organisiert von der "Freien Ritterschaft zu Münzenberg" – erneut in ein farbenfrohes und abwechslungsreiches mittelalterliches Treiben.
Händler, Handwerker, Gaukler und Spielleute schlugen auf dem weitläufigen Wiesengelände ihre Zelte auf und ließen das bekannte "Wetterauer Tintenfass" bei schönem aber auch heißem Frühlingswetter zur eindrucksvollen Kulisse eines lebendigen Marktes werden.
An den zahlreichen Ständen boten Lederer, Schmiede, Gewandschneider, Kräuterfrauen, Spielzeugmacher sowie weitere Kunsthandwerker und Schmuckgestalter ihr umfangreiches Sortiment an Waren an.
Für die musikalische Atmosphäre sorgten in diesem Jahr unter anderem die Gruppe "Irregang" aus Jena, die mit energiegeladenen Melodien auf Blasinstrumenten, Trommeln sowie mit viel Humor das zahlreich erschienene Publikum mitreißen konnten.
Aus Tschechien war die bekannte Gruppe "Bakchus" angereist, die mit ihren Klängen eine besondere osteuropäische musikalische Note in den Markt brachte.
Diese präsentierten die Künstler auf detailgetreuen Nachbauten historischer Instrumente (wie Dudelsack, Schalmei, Laute, Harfe, Cister oder Trommeln). Zum Repertoire zählten europäische Lieder und Tänze vom 12. bis zum 16. Jahrhundert mit Cantigas sowie Stücke von Troubadouren oder auch aus der Carmina Burana.
Bekannt ist die Gruppe außerdem dafür, dass sie – neben regelmäßigen Auftritten bei Märkten und Festivals – auch immer wieder bei Produktionen für Film, Fernsehen, Radio und Theater mitwirkt.
Dazu kamen die "Spielleute Gugelhupf", die mit weltlichen und höfischen Tänzen sowie authentischen Klängen aus der Zeit des Hoch- und Spätmittelalters zu unterhalten wussten.
Für ruhigere, Momente sorgte – als langjähriges "Urgestein" in Münzenberg der keltische Harfenist "Jonny Robels", dessen klare, warme Harfenklänge zwischen den Ständen eine ganz eigene Stimmung schufen.
Auch die Gauklerkunst kam natürlich bei diesem Markt nicht zu kurz: "Gaukler Friedrich", vielen auch bekannt als Fridericus Rex, begeisterte mit Jonglage, Schabernack, spontanen Späßen und feurigen Einlagen etwa auf seinem "Katzenkratzbaum des Todes."
Damit zog er Kinder wie Erwachsene, die bei den Auftritten auch schon mal als Helfer mitwirken durften, gleichermaßen in seinen Bann.
Kämpfer der "Eisenliga" zeigten im Turnierbereich – bei großer Hitze – eindrucksvolle "Buhurt"-Kämpfe, eine durchaus moderne Vollkontakt-Kampfsportart aber in authentischen, mittelalterlichen Rüstungen.
Gekämpft wurde dabei mit stumpfen Stahlwaffen (Schwerter, Äxte, Streitkolben). Dabei gab es verschiedene Gruppen- und Massenkämpfe aber auch Einblicke ins Training zu erleben.
Familien konnten sich auf Bogenschießen, Rattenwerfen, Mäuseroulette sowie historische Spiele und Mitmachaktionen freuen. Dazu zählte u. a. die Rundfahrt über das Gelände mit "Luckys Ziegengespann", das Kinder-Ritterturnier oder auch die Wikinger-Schaukel.
Mehr als 60 Ritter- und Lagergruppen boten auf den umliegenden Wiesen Einblicke in das historische Leben und trugen zeitweise mit ihren Auftritten zur Belebung des Marktgeschehens bei.
Für Speis und Trank war an den zahlreichen Tavernen und kulinarischen Ständen mit ihren süßen deftigen Angeboten und reichlich gesorgt. Trinkwasser konnte bei der starken Hitze aber auch an einigen Zapfstellen besorgt werden. An etlichen Stellen des Geländes konnten sich die Besucher auch unter vorsorglich aufgestellten Zelten und Planen schützen.
Der Mittelaltermarkt unterhalb der Burg Münzenberg zählt sicherlich zu den stimmungsvollsten Pfingstveranstaltungen der Region und bietet ein authentisches Erlebnis für Besucher jeden Alters.
Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist grundsätzlich möglich, allerdings gestaltet sich besonders die Abreise am Abend schwierig. Der letzte Bus in Richtung Butzbach fährt bereits vor 20:00 Uhr, sodass Besucher ohne Auto ihre Rückfahrt gut planen sollten.
Wer länger auf dem Markt verweilen möchte, um beispielsweise die Feuershow zu sehen, sollte daher auf Fahrgemeinschaften, Abholung oder alternative Verbindungen ausweichen.