Am Wochenende vom 1. und 2. August 2026 fand die vom Verein "Ursellis Historica" ausgerichtete "Oberurseler Feyerey" bereits zum 16. Mal auf den idyllisch gelegenen Wiesen am Bachpfädchen statt.
Wieder einmal wurde von den Organisatoren ein abwechslungsreiches und sehenswertes Programm mit etlichen liebevollen Details auf die Beine gestellt.
Etwa 40 Händler, Handwerker und Künstler hatten auf dem Gelände ihre Zelte und Stände aufgebaut, um den bei bestem Sommerwetter sehr zahlreich erschienenen Gästen ihr Sortiment an Waren feilzubieten.
Vertreten waren dabei u. a. Schmiede, Schmuckgestalter, Gewandschneider, Textilhandwerker sowie Keramiker und Spielzeughersteller. Die Handwerker gewährten teilweise auch wieder Einblicke in die Fertigung ihrer Produkte. Am Abend waren die Stände ansprechend illuminiert.
Für das leibliche Wohl der Besucher war an zahlreichen Ständen mit deftigen, gebratenen oder süßen Leckereien wie Waffeln gesorgt. An den verschiedenen Tavernen konnte man seinen Durst mit alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken löschen.
Als Spezialität wurde das Feyerey-Bier vom Alt-Oberurseler Brauhaus neben der Hauptbühne ausgeschenkt. Bei der "Grafentaverne" gab es natürlich Met-Bier. Ein orientalisches Kaffeehaus bot neben dem schwarzen Muntermacher auch erfrischenden Minztee an.
Außerdem gab es wieder die Badestube, ein Märchenzelt sowie das Zelt einer Wahrsagerin, die die Zukunft ihrer Klienten aus den Handlinien oder den Karten erspürte.
Die Szenerie lud somit zum stilechten Eintauchen in die vergangenen Zeiten ein. Zur Atmosphäre trugen auch die zahlreichen lagernden Mittelaltergruppen mit ca. 200 Teilnehmern bei. Dabei zeigten sich gewandete Kelten, Wikinger oder Rittergruppen, die an ihren Zelten auch einen Einblick in mittelalterliches Leben vermittelten.
Ein buntes Kulturprogramm mit den Vorführungen verschiedener Spielleute oder von Gauklern durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen. Die Gruppe "Viesematente" und die "Spielleute des Donners" von "Tarranis" präsentierten im Verlauf der Tage verschiedene Auftritte auf der Hauptbühne.
Neben den kraftvollen Dudelsack-Klängen wurde es aber auch zeitweise etwas besinnlicher, wenn etwa die HarfenistIn "RegiLau" mit ihrer keltischen Harfe auf der Bühne erschien. Sie präsentierte dabei klassische Stücke aus keltischen Landen aber dazu auch verschiedene eigene, teilweise ganz aktuelle Songs wie den Titel "Durst aufs Leben".
Die drei Musiker von den "Renards" zogen derweil musizierend über das Gelände und machten mit ihren Lauten gerne bei den Tavernen halt.
Historische Tänze präsentierte die Tanzgruppe "Reifenberger Härmleins" auf dem Platz vor der Hauptbühne.
Mehrere dynamische und witzige Auftritte lieferte auch der "Gaukler Laurino" aus Bamberg mit seinen Diabolos und den entsprechenden Jonglage-Tricks. Dabei wurden die Zuschauer gelegentlich aktiv und sympathisch in die waghalsigen Kunststücke einbezogen. Untermalt wurde das ganze von mitreißender Musik – falls die "Band" denn Lust dazu hatte.
Einer der Höhepunkte der diesjährigen Feyerey war sicherlich die anspruchsvolle Reitershow "Sleipnirs Riddar" von Anton und Kathi Zühlke sowie ihren Pferden auf dem Turnierplatz. Diese enthielt rasantes Tempo, Humor und verschiedene akrobatische und erotische Elemente.
Diesmal wussten die beiden als streitlustiges Wikinger-Pärchen auf Eroberungszug im Taunus zu begeistern, das sich dabei nicht ganz darauf einigen konnte, auf welche Weise die Eroberungen denn nun eigentlich am besten stattfinden sollten.
Die Entscheidung in diesem ehelichen Zwist sollte letztendlich durch das Abschneiden bei einem Turnier gefunden werden. Dabei gab es als Wettbewerbe u. a. Ringelstechen, Bogenschießen und Speerwurf in vollem Galopp oder auch den finalen Schwertkampf des Paares am Boden – mit anschließender "Versöhnung".
Auf dem Turnierplatz zeigte die "Ronneburger Fechtschule" aus Sprendlingen die Kunst des authentischen historischen Schwertkampfs.
Zum Einbruch der Dunkelheit hin, wurde dann – vor der abschließenden Feuershow – noch das beliebte Tavernenspiel präsentiert, bei dem die verschiedenen beteiligten Musizierenden und Artisten, moderiert vom Herold Colonia, noch einzelne oder gemeinsame Auftritte hatten.